Biographien


„Privat“:
Annelie Löber-Stascheit


■ Annelie Löber-Stascheit wird im März 1956 in Mülheim an der Ruhr geboren. Sie wächst in Mülheim an der Ruhr auf.

■ Mit 18 Jahren schließt sie die Lehre zur Verwaltungsangestellten bei der Stadtverwaltung in Mülheim an der Ruhr ab. Sie arbeitet anschließend als Assistentin des Leiters der VHS und später als „Bibliothekarin“ in einer kleinen Zweigstelle der Stadtbücherei Mülheim an der Ruhr.

■ 1979 wird die Tochter Inga geboren. Kündigung bei der Stadtverwaltung. Glücklich, endlich einen Grund zu haben, der Tristesse einer Verwaltung den Rücken zu kehren.

■ Als Taxifahrerin und Tagesmutter versucht sie, mehr schlecht als recht, sich und ihr Kind über die Runden zu bringen. Sie engagiert sich in der Zeit besonders aktiv in der Frauen-, der Anti-Atomkraft- und der Friedensbewegung.

■ 1982 lernt Sie Wilfried Stascheit kennen. Er hat den "Verlag die Schulpraxis" gerade gegründet. Annelie Stascheit gerät nicht nur an den Mann ihres Lebens, sondern auch an den Job ihres Lebens. Sie übernimmt den Verkauf der Bücher, die Buchhaltung, arbeitet sich von Grund auf in das Verlagsgeschäft ein und ist fortan verantwortlich für Marketing, Vertrieb und Logistik.

■ 1984 wird sie kaufmännische Geschäftsführerin und kann damit maßgeblich zum weiteren Erfolg und Wachstum des Verlages beitragen.

■ 2003 Verkauf an die Cornelsen Holding.

■ Bis Ende 2007 führt sie den Verlag als kaufmännische Geschäftsführerin mit Schwerpunkt Marketing weiter. Zuletzt alleine, ohne Wilfried Stascheit, der 2006 die Geschäftsführung niedergelegt hatte. 2008 unterstützt sie die neue Geschäftsführerin noch einige Monate als Beraterin, bevor sie in ihr neues Domizil an den Bodensee zieht.

■ 2007 Gründung „Selbst.Los! Kulturstiftung Annelie & Wilfried Stascheit“ (gemeinnützige Stiftung nach bürgerlichem Recht). Sie wird erste Vorsitzende.

■ 2008 – 2009 Studium zum Fundraising Manager an der Züricher Universität für angewandte Wirtschaftswissenschaften. Abschluss: Diplom Fundraising Manager FH.

 


„Privat“:
Wilfried Stascheit


■ Wird im Dezember des Jahres 1950 geboren. Er wächst in Mülheim, im damals noch schwerindustriellen Ruhrgebiet auf. Nach einem Semster in Bochum verläßt er 1970 das Ruhrgebiet in Richtung Freiburg zum Studium der Germanistik, Soziologie und Politologie. 1975 Abschluss des Studiums an der PH Freiburg
    
■ Wegen AstA-Mitbearbeit als Mitglied einer maoistischen Gruppe (KBW) erhält er Berufsverbot, danach verschiedene journalistische, pädagogische und andere Broterwerbe.    

■ 1978 ist er Mitgründer des Manfred-Hildenbrand-Verlages in Oberkirch, dem Verlag der Arbeitsgruppe Oberkircher Lehrmittel (AOL).

■ Nach der Trennung von der AOL gründet er 1981 in Mülheim a.d.Ruhr den „Verlag an der Ruhr“, damals noch als „Verlag die Schulpraxis“. Zu seinem Glück lernt er ein Jahr später Annelie Löber kennen, die Frau und Chance seines Lebens.

■ ab 1983: obwohl ohne eigenes Startkapital entstanden, entwickelt sich der Verlag bis 2003 zu einer anerkannten Marke bis zu einem Umsatz von weit über 5 Mio Euro mit einer langjährigen 2-stelligen Umsatzrendite.

■  2003 Verkauf an die Cornelsen Holding.

■ Von 2003-2006 bleibt er als Geschäftsführer und  Verleger in Mülheim.
Ende 2006 verlässt er auf eigenen Wunsch die Geschäftsführung.

■  Im Rahmen der mit der Holding vereinbarten Übergangsstrategie engagiert er sich mit seiner „Agentur Ratschlag“ von Überlingen aus als fester Programmberater beim Verlag; bis 2008 unüberbrückbare Differenzen über die organisatorische und inhaltliche Weiterentwicklung des Verlages die Wege, leider auf hoch unerfreuliche Weise, auseinander gehen lassen.

■ Heute versucht er ein wenig von dem zurückzugeben was er als Chancen bekommen hat: durch ehrenamtliches Engagement in der eigenen Stiftung (www.selbstlos-stiftung.de) und in anderen (auch verlegerischen) Projekten.

 

Was wir beweisen wollten:

Es ging uns darum, einen Verlag wirtschaftlich erfolgreich zu führen, ohne Konzessionen im Niveau des Programms zu machen.

Was uns nicht viel geholfen hat:

Marktanalyse, riesige Exceltabellen, exzessives Controlling; das alles beleuchtet nur die Vergangenheit. Man muss aber für die zukünftigen Erwartungen der Kunden produzieren. Also muss man jetzt entscheiden, wenn man später aktuell sein will.

Also wie:

Was manchmal wie eine Entscheidung aus dem Bauch daherkommt, ist mühsam angeeignetes Wissen und gesammelte Erfahrung. (Wir haben für jeden Fehler auch mit Geld bezahlt.) Wir produzierten eine Dienstleistung für die Käufer (LehrerInnen, KindergärtnerInnen, SozialarbeiterInnen etc.): fertig ausgearbeitete
Lehrstunden. Wir nahmen also unseren Kunden Belastung ab. So konnten wir viele Inhalte unterbringen, die sonst keine Chance gehabt hätten: vor allen Dingen politische und kulturelle Themen. Das ist unser „Subtext“ gewesen; vulgo: Unsere Bücher waren U-Boote und werden es auch weiterhin sein.

 

Letzte Änderung: 25 Aug 2011